Erklärung von Frau Berliner(Lehrerin in Bernau)

Sehr geehrte Damen und Herren Mitarbeiter des Jugendklubs Dosto,
schon seit einiger Zeit verfolge ich die Auseinandersetzungen in der Presse und möchte Ihnen hiermit meine Wertschätzung und Sympathie zum Ausdruck bringen. Ich bin Lehrerin an der Oberschule am Rollberg und immer, wenn ich die Hilfe und Unterstützung des Jugendklubs brauchte, waren Sie sofort zur Stelle und einsatzbereit. Ob zu Projekttagen, im Wahlpflichtbereich des Unterrichtsfaches WAT oder zu Wandertagen, zu jeder Zeit konnten unsere Jugendlichen viele Stunden in Ihrer Einrichtung verbringen, hatten viel Spaß und lernten Neues. Sie wurden liebevoll und mit viel Geduld betreut, Gelder wurden zur Verfügung gestellt, um
den Jugendlichen ereignisreiche Stunden zu bieten. Die anderen Jugendklubs in Bernau waren nicht gleichermaßen bereit, ihre Zeit und Arbeitskraft anzubieten. Ich hatte nie das Gefühl, dass Sie die Jugendlichen in irgendeiner Weise politisch beeinflussten oder sie in irgendeine Orientierung zwingen wollten. Für meine eigenen Söhne war das Dosto viele Jahre der Ort, an dem sie teilweise ihre Freizeit verbrachten. Sie fühlten sich wohl bei Ihnen und hatten Gelegenheit, Dinge zu lernen, die Elternhäuser nicht leisten können. (z.Bsp.Bandproben). Ich kann insofern nicht verstehen, dass Missverständnisse, die die Arbeit und Auseinandersetzungen mit Jugendlichen nun mal mit sich tragen, eine wertvolle Jugendarbeit dermaßen in Misskredit bringen. Wer weiß, wie schwer es ist, sich mit den verschiedensten sozialen Gruppierungen auseinanderzusetzen(ich als Lehrer erlebe das tagtäglich), weiß auch, wie schnell Fehler passieren können. Der weiß aber auch, wie schnell sich Menschen über andere erheben und sich anmaßen zu wissen, alles besser zu können. Wir sind alle Menschen, Fehler passieren nun mal und wer will immer beurteilen, was falsch und richtig ist? Wer maßt sich an zu behaupten,in seiner tagtäglichen Arbeit mit Jugendlichen immer richtig zu handeln und in jeder Situation die perfekte Lösung vorzuweisen? Gerade in der modernen Arbeit mit Jugendlichen ist viel Fingerspitzengefühl gefragt, denn auch wir waren einmal unzufrieden mit der "älteren Generation" und wollten die Welt verändern. Ganz sicher gerät auch schnell etwas aus dem Ruder und dann sind Erwachsene da, die Irritationen korrigieren. Insofern will ich Ihnen Mut zusprechen weiter zu arbeiten,den Jugendlichen Hilfe zu leisten auf dem Weg in die Erwachsenenwelt und das diese manchmal hart am Limit ist, beweisen gerade die, die jetzt lautstark monieren. Setzen Sie sich mit denen auseinander und lassen Sie sich nicht "klein"machen!
Mit ganz viel Sympathie, Antje Berliner