Pressemitteilung 16. Januar 2020

Stellnungsnahme zur Anfrage der „FRAKTION AfD -DER FLÜGEL IM
KREISTAG BARMIN“ zum Jugendtreff Dosto

Mit einiger Verwunderung haben wir die Anfrage der „FRAKTION AfD -DER FLÜGEL
IM KREISTAG BARMIN“ an den Landrat des Kreises zur Kenntnis genommen.
Wäre diese Fraktion in der Lage, ihre Arbeit vernünftig zu machen und ihre
Unterlagen ordentlich zu studieren, hätte die Verwaltung sich mit dieser Anfrage
nicht belasten müssen. Stattdessen hätte sie sich mit sinnvollen und wichtigeren
Dingen beschäftigen können.

Der biF e.V als gemeinnütziger Verein und der Jugendtreff DOSTO sind seit über
25 Jahren verlässliche Partner*innen und fester Bestandteil in der offenen
Jugendarbeit der Stadt Bernau. In der Anfrage der AfD sehen wir den Versuch,
diese Jugendarbeit zu diskreditieren. Dass diese Anfrage ausgerechnet von
Marcel Donsch unterzeichnet wurde, der sich nicht einmal in seiner eigenen
Fraktion an demokratische Grundprinzipien halten kann [1], spricht Bände.
Ebenso kooperiert Herr Donsch auch gerne mal mit der NPD [1], wenn es zum
Beispiel um den „Kampf gegen die schleichende Islamisierung Bernaus“ geht.
Wenn es an dieser Stelle um die AfD im Barnim geht, sind im Zusammenhang der
Vernetzung mit rechtsextremen Kreisen ebenfalls Hans Link für die AfD in Bernau
und Andy Haberland für die Afd Werneuchen zu nennen. Während Herr Link gerne
an rechtsradikalen Demonstrationen bzw. Veranstaltungen teilnimmt und in
seiner Funktion als Boxtrainer die Vernetzung seines Boxvereins mit
rechtsextremen Boxveranstaltern[2] sucht, ist Andy Habermann Mitbegründer
und Sänger der als rechtsextrem eingestuften Band Wutbürger[3].

Zu der absurden Behauptung, der Jugendtreff DOSTO sei ein Treffpunkt
„linksextremistischer junger Erwachsener“, zitieren wir unser Leitbild:

„Wir arbeiten seit 1994 als biF e.V., der aus der gemeinsamen Arbeit seit 1991
hervorging. Wir sind bewusst in Bernau und seiner näheren Umgebung aktiv.
Wenn auch sehr viel überregionale und sogar internationaler Austausch
stattfindet, so liegt doch der Hauptschwerpunkt unserer Arbeit in Bernau.
Der biF e.V. erachtet es als wichtig, besonders auf das nahe Umfeld der Menschen
einzuwirken und die nähere Umgebung als wichtigsten Bezugspunkt des
Menschen aktiv mitzugestalten. Wir verstehen unsere Jugendarbeit als Arbeit mit
und vor allem für die Menschen und die dahinterstehende Gesellschaft.
Gesellschaft meint hierbei die Umgebung der Kleinstadt und die
Organisationsstrukturen des Kreises. Wir gestalten mit unserer Arbeit das Leben
in der Kleinstadt mit und bereichern und unterstützen die Vielfältigkeit und
Attraktivität unserer Stadt. Wir sehen die verschiedenen Bereiche in unserem
alltäglichen Miteinander, die Jugendarbeit, die Jugendsozialarbeit und die Kultur
und Bildungsarbeit als Arbeit für das Gemeinwesen.

Wir die Jugendbildungs und Freizeitinitiative Bernau e.V. sind Trägerverein des
Jugendtreff DOSTO – einem sozialen Zentrum, in dem sich junge Menschen
engagieren. Wir sehen die Grundrechte des Grundgesetzes der Bundesrepublik
Deutschland und die unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechte als
Grundlage unserer Arbeit und unseres Selbstverständnisses an. Wir vertreten ein
modernes, aufgeklärtes Menschenbild: Unter modern verstehen wir, einen
stetigen Prozess, an dem wir Teil haben und den wir analysieren und uns
informieren. Ziel und Grundlage ist es, ein kritisches Bewusstsein für
gesellschaftliche und politische Vorgänge zu schaffen. Dabei begreifen wir
uns als aufgeklärt im Sinne einer kritischen Betrachtung auf die Gesellschaft.
Die gesellschaftlichen und politischen Situationen befinden sich in einem steten
Wandeln, dessen Teil wir sind. Unsere eigene Rolle in diesem Prozess kritisch zu
hinterfragen, ist unsere Prämisse. In der Eigenschaft als Träger achten wir darauf,
dass unsere Einrichtung allen Jugendlichen gleichermaßen offen steht.
Unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Bildungshintergrund, Religion oder
anderen Zuschreibungen arbeiten wir unvoreingenommen mit allen Jugendlichen
und für alle Jugendlichen. Dabei ist es dem Träger ein Anliegen, in seiner Arbeit
mit den Jugendlichen, eine demokratische Jugendkultur, die auf
Selbstbestimmtheit und Selbstständigkeit beruht zu etablieren.
Unser Selbstverständnis beinhaltet einen antifaschistischen, antisexistischen,
antirassistischen und nicht kommerziellen Grundkonsens. Für uns heißt es, dass
jede Art der Diskriminierung, auch jene die nur latent zu tragen kommen,
aufzudecken und dagegen zu wirken. Konkret setzten wir dies wie folgt um: Wir
vertreten das Konzept der „Nicht-Aktzeptierenden Jugendarbeit“, welches nicht
im Widerspruch mit der genannten Unvoreingenommen gesehen wird. Für uns
heißt es in erster Linie, dass menschenfeindliche Äußerungen und Handlungen
keinen Platz haben. Politische aber auch religiöse Ideologien, welche Menschen
auf Grund von rassistischen Merkmalen wie Hautfarbe, Religion, Nationalität,
Kultur diskriminieren, ausgrenzen, verfolgen und ihnen die
Lebensberechtigungen absprechen, finden hier keinen Raum.“

Unser Leitbild und unser Wirken zeigen, dass wir ganz klar ein Teil der
demokratischen Gesellschaft sind. Wir nehmen nicht hin, dass eine Partei mit
eindeutigen Bezügen zur rechtsextremen Szene den Diskurs soweit verschiebt,
dass die Grundfesten unserer Gesellschaft nun als Linksextrem gelten.

Benno Schwigon
Vorstand der Jugendbildungs und Freizeitinitiative Bernau e.V

[1] https://www.rbb24.de/studiofrankfurt/politik/2019/09/afd-spaltung-im-
barnim.html
[2] https://inforiot.de/der-blau-braune-sumpf-um-hans-link/
[3] https://www.rbb24.de/studiofrankfurt/politik/2019/11/rechtsextremist-leitet-
bauausschuss-werneuchen-barnim-afd.html