Sicht einer Angestellten

Katrin Schudde arbeitet seit 7 Jahren im Jugendklub Dosto. Sie kann auf eine lebendige vielfältige Jugendarbeit im Jugendklub zurückblicken und präsentiert Ausschnitte ihrer Arbeit.

Sie erklärt:

Die rechtlichen Grundlagen unsere Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit bildet das KJHG / SGB VIII. Frau Schudde zitiert den §1. Hier heißt es:

"Ziel ist es die persönliche und soziale Entwicklung junger Menschen zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten zu fördern". "Mädchen und Jungen sollen gleichberechtigt zur Selbstbestimmung befähigt werden und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und sozialem Engagement angeregt und hingeführt werden".

Diese Ziele in der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen werden kontinuierlich verfolgt.

Die Bildpräsentation zeigte Ausschnitte der vielfältigen Jugendarbeit:

  • Ehrenamtlichen Reise
  • Kreativprojekte mit Kindern und Jugendlichen
  • Inspirationen der Feuershowgruppe Woush
  • Spiele mit Kindern und Jugendlichen
  • Ausschnitte des letzten Hoffestes/ Kinderschminken, Seifenblasen, Graffiti
  • alljährliche Beteiligung am Hussitenfest
  • gemeinsames Essen
  • Ausschnitte aus den Mädchenprojekten
  • Gartenprojekt mit Jungen
  • Do it yourself Projekt; Reparieren und kreatives Gestalten der Holzbänke

Geschlechtsspezifische/ -reflektierende Projekte mit Mädchen
Diese haben zum Ziel, Mädchen darin zu unterstützen, in allen Prozessen des Alltags zu partizipieren. Wir unterstützen Mädchen dabei, sich in "rollenunspezifischen" Aktivitäten auszuprobieren und ihre Erfahrungen zu reflektieren. Dabei stellen sie fest, dass sie, wie zu sehen beim Sport oder Schweißen, genauso erfolgreich, stark und geschickt sind wie die Jungen. Diese Erfahrungen sind wichtig für Mädchen und Jungen, um die durch die Gesellschaft zugeschriebene Rolle zu hinterfragen und aus traditionellen Mustern herauszutreten.

Das Hussitenfest
Die Jugendlichen des Dostos beteiligen sich jedes Jahr am Bernauer Hussitenfest. Sie präsentieren sich mit eine Schmiede, Getränkeverkauf, einem selbstgebauten Backofen, Kinderbasteln und Darbietungen der Feuershow-Gruppe Woush. Die Stände bauen die Jugendliche zum Teil selbstständig. Die Vorbereitung und Durchführüng erfordert ein hohe Organisationsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Kooperationsfähigkeit.

Politische Bildung
Das Dosto als Gesamtprojekt beteiligt sich seit drei Jahren an der Gedenkveranstaltung zum 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus mit einem großen Essen auf dem Marktplatz sowie am Gedenktag der Novemberpogrome am 9. November. Auf einem der Fotos, sind junge Frauen zu sehen, die einen Redebeitrag zur Eröffnung der "Aktionswochen gegen Antisemitismus" an diesem Tag halten.

Auf pädagogischer Ebene erreichen wir wichtige Ziele.
Jugendliche partizipieren, sie verteilen Aufgaben, übernehmen Verantwortung, tauschen sich zum Thema inhaltlich aus. Organisationsfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Kooperationsfähigkeit werden neben der Auseinandersetzung mit der Geschichte gefördert.

Gemeinsames Essen:
2010 gab es ein Forschungsprojekt der Alice Salomon Hochschule Berlin - das Dosto war dabei das Forschungsobjekt. Die Professorinnen haben festgestellt, dass das gemeinsame Essen ein zentraler Event im Alltag des Dostos ist. Leute aller Altersgruppen und Interessen sitzen zusammen und tauschen sich aus.

Arbeit mit vielen Kindern und Jugendlichen aus verschiedenen sozialen Milieus:
Das Dosto arbeitet innerhalb seiner regulären Angebote auch kontinuierlich mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen. Dabei handelt es sich sowohl um soziale und bildungsbezogene Benachteiligung sowie um die Arbeit mit Menschen mit Lernschwäche. Hier bieten wir beratende Unterstützung und auch Hausaufgabenhilfe an.

Mit wem stehen wir als Sozialpädagog_in im Alltag in Kontakt:

  • Wir stehen im Kontakt mit einigen Erzieher_innen von Wohngruppen
  • mit einigen Eltern
  • mit der Jugendgerichtshilfe, dann wenn Jugendliche straffällig geworden sind und soziale Arbeit ableisten müssen, dann arbeiten wir sozialpädagogisch mit ihnen.
  • Kinder und Jugendliche mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen finden hier leichten Zugang, sie kommen teilweise alleine ins Dosto oder auch mit ihrem Betreuern
  • Die OS am Rollberg ist unser Kooperationspartner. Dieser Vertrag ruht aber momentan. Dieser Vertrag ruht, da die Berichterstattung der MOZ die Verantwortlichen der Schule beunruhigt hat. Leider wurden wir nicht in dieser Angelegenheit gefragt. Es gab zumindest einseitige Gespräche aber nicht mit Leuten des Dostos. Unsere Zusammenarbeit war eine sehr fruchtbare, es fand ein guter Austausch zwischen Lehrer_innen und dem Dosto statt. Die Kinder und Jugendlichen, die uns besuchten, waren begeistert von unserem vielfältigen Angebot.

Ein kurzer Blick auf die vergangenen Wochen
Die Ereignisse der letzten Wochen hat ein hohes Maß an Leistungsfähigkeit aller Leute, denen das Dosto wichtig ist, abverlangt. Ein entspanntes ruhiges Arbeiten mit unseren Kindern und Jugendlichen war kaum möglich. Dabei waren nicht nur der Verein, oftmals auch wir als sozialpädagogische Angestellte gefragt, aus unsere Arbeit zu berichten. So bekamen wir regelmäßig Besuch von Leuten, die sich einfach mal nur ein Bild machen wollten. Wir besuchten Fraktionen, wir hatten ein Treffen mit dem Bürgermeister, der Stadtjugendpflege, mehrere natürlich mit dem Anwalt.

Wir gewährleisteten trotz allem die Jugendarbeit so gut es ging. Hier liegt meine absolute Prioität. Die Kinder und Jugendlichen sollen ihren Jugendclub so genießen können, wie sie ihn kennen. Um den Club, wie er ist, zu erhalten, stellen wir uns den Fragen und Kritiken.