Erklärung der Kontakt- und Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt in Bernau

Wir sind zutiefst erschüttert über die Anschuldigungen, die derzeit
gegen den Jugendklub Dosto und seinen Trägerverein erhoben werden. Die Kontakt und Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt ist 1998 unter anderem durch das Engagement von Jugendlichen aus dem Dosto ins Leben gerufen worden. Der Jugendtreff hat mit seiner politischen Arbeit, z.B. mit der Initiative “Aktion Noteingang” in Bernau und bundesweit eine wichtige Diskussion zu Themen der Diskriminierung und des Rassismus angestoßen. Wir schätzen den partizipatorischen Ansatz des Jugendtreffs sehr. Eine zeitlang stellte der Verein uns Räumlichkeiten zur Verfügung, in denen wir Flüchtlinge beraten konnten.

Das Dosto unterstützt uns bis heute in unserer Arbeit und beteiligte
sich aktiv bei der letzten Spendensammelaktion, nachdem die
Fensterscheibe der jüdischen Gemeinde Anfang dieses Jahres zu Bruch
ging. Das Engagement des Klubs gegen Rassismus und Antisemitismus
lässt sich seit Jahren zurückverfolgen.

In unseren Augen ist das eine politische Kampagne, die nichts mit der
inhaltlichen Arbeit des Klubs zu tun hat, sondern von persönlichen
Motiven getragen ist und auf dem Rücken eines für Bernau sehr
wichtigen gesellschaftlichen Akteurs ausgetragen wird. Wir appelieren
an die demokratischen Kräften der Stadt Bernau die richtigen Worte zu
finden und die jahrelange wertvolle ehrenamtliche Arbeit des
Trägervereins vor populistischen Angriffen zu schützen. Die Frage ist,
was eine Kommune wie Bernau wünscht und braucht – Politiker mit Ressentiments oder einen zivilgesellschaftlich engagierten Jugendklub wie das Dosto.

Kontakt-und Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt Bernau