Erklärung des Opferperspektive e.V.

Die Opferperspektive kennt und schätzt die Arbeit des Jugendtreffs Dosto seit vielen Jahren. Die beteiligungsorientierte, engagierte und auch gesellschaftskritische Tätigkeit der Jugendlichen im Dosto wirkt nach unserer Überzeugung positiv in die Stadt Bernau und seine Umgebung.

Demokratisches Engagement wie jenes im Dosto ist leider keine Selbstverständlichkeit, sondern stellt einen zivilgesellschaftlichen Schatz dar, der in dieser Fülle nur wenigen Brandenburger Städte und Gemeinden zur Verfügung steht. In dieser Bewertung inbegriffen ist ausdrücklich auch Offenheit und Bereitschaft für eine pointierte Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Fragen.

Als Beratungsstelle für Betroffene rechter Gewalt möchten wir besonders die beständige Arbeit gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus im Dosto hervorheben. Dazu zählen nicht nur zahllose Kultur- und Bildungsveranstaltungen zu diesen Themen. Seit Jahren ist das Dosto aktiv am "Bernauer Netzwerk für Toleranz und Weltoffenheit" beteiligt, organisierte die erfolgreichen Proteste gegen eine versuchte Neonazidemonstration im Jahr 2010 in Bernau mit und sammelte Spenden, als Anfang diesen Jahres die Scheiben der hiesigen Jüdischen Gemeinde von Neonazis zerstört worden waren. Zu nennen ist auch die ehrenamtliche "Kontakt- und Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt" in Bernau, die durch Akteure aus dem Dosto mit ins Lebens gerufen wurde und noch heute, nach vielen Generationen tatkräftig durch das Dosto unterstützt wird. Wir kooperieren seit vielen Jahren vertrauensvoll.

Dass dieser Tage Stimmen laut werden, die ausgerechnet dem Dosto eine Affinität zu "Fremdenfeindlichkeit" unterstellen, empfinden wir als konsternierend. Ebenso scheint uns fragwürdig, warum das Dosto für den Inhalt einer Informationsbroschüre verantwortlich gemacht werden soll, die - soweit für uns ersichtlich - gar nicht aus dem Dosto stammt.

Wir erklären, dass wir die Arbeit des Dosto für positiv und nachgerade unverzichtbar halten. Dementsprechend hoffen wir, dass sich die derzeitige Diskussion alsbald versachlicht.

Opferperspektive e.V., Potsdam