Der Jugendtreff DOSTO:
Fr, 25.11. - 21 Uhr
Konzert mit Fahnenflucht und Volksdroge H1N1
Die Jugendbildungs- und Freizeitinitiative Bernau e.V. (bif e.V.) ist Träger des Jugendtreffs DOSTO und damit seine rechtliche Form. Ich bin Christin Jänicke und seit zwei Jahren ehrenamtlicher Vorstand des biF e.V.
Mir ist es wichtig, die Struktur des Vereins zu erklären und auf dessen Leitbild einzugehen, welches den Rahmen für die Jugendarbeit und Sozialarbeit des Jugendtreff DOSTO darstellt. Einen Schlenker werde ich außerdem zur politischen Bildungsarbeit machen.
Das DOSTO ist einzigartig in Bernau Dosto steht für "Sehenswürdigkeit" und genau das ist es. Ich lade Alle herzlich ein, sich selbst ein Bild zu machen.
Das Besondere am DOSTO ist, dass Jugendliche, die den Jugendclub besuchen und sich engagieren, sich oftmals innerhalb des Vereins organisieren. Wie Sarah bin ich, seit ich 14 Jahre alt bin, im Club aktiv. Genau diese ehrenamtliche Arbeit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen bildet die Basis des Jugendclubs, denn der Verein und damit der Jugendtreff DOSTO lebt vom selbstbestimmten und selbstverwalteten Engagement der Jugendlichen. Um diese Arbeit zu qualifizieren gibt es in regelmäßigen Abständen Versammlungen, an denen alle Engagierten und Interessierten teilnehmen können. Darüber hinaus gibt es zweimal im Jahr gemeinsame Seminare, bei denen es um die Planung von Projekten, Ideensammlung und Konzeptentwicklung, ebenso wie um die Reflexion der bisherigen Projekte geht.
Ich bin Sarah Bergmann, 24 Jahre alt und studiere Jura an der HU. Ich habe vor 10 Jahren das erste Mal einen Fuß ins Dosto gesetzt.
Das Dosto war und ist ein Ort an dem ich mich zu Hause fühle. Ich habe dort mit die beste Zeit meines Lebens verbracht, auf Konzerten, den Hoffesten, der Street-Parade oder bei Selbstverteidigungsseminaren. Bei den Infoabenden habe ich gelernt über den Tellerrand zu gucken und mich weltoffener zu orientieren.
Das Organisieren von Konzertveranstaltungen bzw. mich in den Job der Veranstaltungstechnikerin hineinzufinden hat mir im Nachhinein in meinem Lebenslauf viel genutzt. Ich habe die Lehre zwar letztendlich doch nicht gemacht, sondern habe in England Musikmanagement studiert, aber ohne das Dosto hätte ich im Leben nicht gewusst wohin mit mir nach dem Abitur.
Persönlich war die Konzert AG mein Interessenbereich, meine Freunde und ich konnten uns Demobänder anhören, die Bands, die uns gefielen einladen, Flyer designen, ein Team, das für den Abend sowie das Aufräumen verantwortlich war, zusammen suchen und einen reibungslosen Ablauf für diesen speziellen Abend garantieren. Dabei haben die Sozialarbeiter uns unterstützt, uns Hilfestellungen gegeben sowie auch einfach mal zugehört, wenn es zu Hause oder in der Schule mal nicht so gut lief. Ein offenes Ohr konnte man im Dosto immer finden, daran hat sich übrigens auch nichts geändert.
Katrin Schudde arbeitet seit 7 Jahren im Jugendklub Dosto. Sie kann auf eine lebendige vielfältige Jugendarbeit im Jugendklub zurückblicken und präsentiert Ausschnitte ihrer Arbeit.
Sie erklärt:Die rechtlichen Grundlagen unsere Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit bildet das KJHG / SGB VIII. Frau Schudde zitiert den §1. Hier heißt es:
"Ziel ist es die persönliche und soziale Entwicklung junger Menschen zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten zu fördern". "Mädchen und Jungen sollen gleichberechtigt zur Selbstbestimmung befähigt werden und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und sozialem Engagement angeregt und hingeführt werden".
Diese Ziele in der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen werden kontinuierlich verfolgt.
Die Bildpräsentation zeigte Ausschnitte der vielfältigen Jugendarbeit:
Wir sind zutiefst erschüttert über die Anschuldigungen, die derzeit
gegen den Jugendklub Dosto und seinen Trägerverein erhoben werden. Die Kontakt und Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt ist 1998 unter anderem durch das Engagement von Jugendlichen aus dem Dosto ins Leben gerufen worden. Der Jugendtreff hat mit seiner politischen Arbeit, z.B. mit der Initiative “Aktion Noteingang” in Bernau und bundesweit eine wichtige Diskussion zu Themen der Diskriminierung und des Rassismus angestoßen. Wir schätzen den partizipatorischen Ansatz des Jugendtreffs sehr. Eine zeitlang stellte der Verein uns Räumlichkeiten zur Verfügung, in denen wir Flüchtlinge beraten konnten.
Das Dosto unterstützt uns bis heute in unserer Arbeit und beteiligte
sich aktiv bei der letzten Spendensammelaktion, nachdem die
Fensterscheibe der jüdischen Gemeinde Anfang dieses Jahres zu Bruch
ging. Das Engagement des Klubs gegen Rassismus und Antisemitismus
lässt sich seit Jahren zurückverfolgen.
In unseren Augen ist das eine politische Kampagne, die nichts mit der
inhaltlichen Arbeit des Klubs zu tun hat, sondern von persönlichen
Motiven getragen ist und auf dem Rücken eines für Bernau sehr
wichtigen gesellschaftlichen Akteurs ausgetragen wird. Wir appelieren
an die demokratischen Kräften der Stadt Bernau die richtigen Worte zu
finden und die jahrelange wertvolle ehrenamtliche Arbeit des
Trägervereins vor populistischen Angriffen zu schützen. Die Frage ist,